bz Basel vom 07.03.2026
Zehn Spielerinnen verliessen den FC Basel seit vergangenem Sommer. Nach England, Deutschland oder gar zu einem Liga-Konkurrenten.
Sarah Leupi
Aurélie Csillag wechselte vergangenen Sommer zum SC Freiburg in die Bundesliga (14 Spiele, vier Tore, eine Vorlage). In Freiburg galt die 23-Jährige nicht als Stammspielerin, wurde dabei wettbewerbsübergreifend fünfmal von Anfang an eingesetzt. Summiert mit der Leistung in der Schweizer A-Nati (vier Spiele, ein Tor) wurde man in der Englischen Women's Super League dennoch auf die 1,73-Meter grosse Stürmerin aufmerksam. Ende Januar unterschrieb Csillag beim Elftplatzierten FC Liverpool. Und durfte nur sechs Tage nach ihrer Verpflichtung gleich ein 80-minütiges Debüt feiern. Zwei Spiele später gelang ihr beim 4:1-Sieg gegen Aston Villa (und Nati-Kollegin Noelle Maritz) für die Reds gleich ihr erstes Tor.
Oliwia Wos zog es ebenfalls nach England, jedoch in die zweite Liga zum Bristol FC. Nachdem die 1,83-Meter grosse Innenverteidigerin den FCB im letzten Sommer verlassen hatte, konnte sie beim 1. FC Nürnberg über ein halbes Jahr Bundesliga-Luft schnuppern (17 Spiele, zwei Tore). Die Polin, deren Marktwert bei Nürnberg um 100’000 Euro stieg, unterschrieb Ende Januar bei Bristol bis Sommer 2029. Wos kam bislang zu drei Einsätzen, dabei stand sie einmal in der Startelf.
Anna Klink Nach 50 Pflichtspielen in Basel wechselte die Deutsche im vergangenen Juni vom einen FCB zum anderen. Klink unterschrieb beim FC Bayern München einen Vertrag bis Sommer 2027. Zwischen den Pfosten des ersten Teams stand die 30-Jährige seit ihrem Wechsel während keines einzigen Pflichtspiels, durfte diese demnach nur von der Bank aus mitverfolgen. Um Spielpraxis zu sammeln, hütete die 1,75-Meter grosse Torhüterin beim FC Bayern München II während vier Spielen, in welchen sie einmal ohne Gegentor blieb, das Münchner-Tor.
Lia Kamber vollzog nach einem Jahr beim FCB im Januar ebenfalls den Schritt in die Bundesliga. Die 20-Jährige unterschrieb bei Union Berlin und staubte bei ihrem Startelf-Debüt gegen die SGS Essen beim 4:2-Sieg gleich ihr erstes Tor ab. In bislang fünf Einsätzen kam die Mittelfeldspielerin beim Bundesliga-Neunten auf 383 Minuten. Nachdem sie Ende letzten Jahres nicht für die A-Nati aufgeboten wurde, dribbelte sich Kamber für die WM-Quali wieder ins Team von Nati-Trainer Rafel Navarro.
Melissa Ugochukwu Die 1,81-Meter grosse Stürmerin verliess den FCB im Winter und kehrte nach Deutschland zurück. Nach zweieinhalb Jahren beim FCB (65 Spiele, 28 Tore) wechselte die deutsch-nigerianische Doppelbürgerin zu Union Berlin in die 2. Bundesliga. Dort durfte sie bislang während 221 Minuten in fünf Spielen in der deutschen Hauptstadt auf dem Platz stehen. Einen Torerfolg feierte die 23-Jährige bislang noch nicht.
Qëndresa Krasniqi Die 31-jährige Kosovo-Albanerin wechselte zu einem Liga-Konkurrenten. Im vergangenen Sommer verliess die Mittelfeldspielerin den FCB nach zweieinhalb Jahren und schloss sich den Grasshoppers an (19 Spiele, ein Tor, drei Vorlagen). Zuletzt gewann die albanische Nationalspielerin mit ihrem Team gegen die Baslerinnen im ersten Spiel nach der Winterpause mit 2:1.
Lola Brügger Die 19-Jährige unterschrieb im Sommer 2024 ihren ersten Profivertrag beim FC Basel, nachdem sie dort die Nachwuchsstufen absolviert hatte. Seither kam sie beim Fanionteam zu zwölf Pflichtspielen. Um mehr Spielpraxis zu erhalten, wechselte die 1,80-Meter grosse Innenverteidigerin Mitte Februar zum Liga-Konkurrenten FC Rapperswil. Dort wird Brügger ohne Kaufoption bis Ende Saison auflaufen und kam aufgrund der aktuellen Nati-Pause noch nicht zum Einsatz, trifft am Samstagnachmittag (15 Uhr) jedoch in einem Testspiel auf ihr altes Team.
Milena Nikolic folgte dem ehemaligen FCB-Trainer Fabio Celestini nach Russland. Die 33-Jährige wechselte im Sommer als Topskorerin mit 26 Toren in 46 Spielen zum Spitzenklub PKF ZSKA Moskau. Der FCB einigte sich, entgegen der politischen Haltung des Vereins, mit der 33-Jährigen auf einen Wechsel. Im Communiqué äusserte sich der FCB folgendermassen dazu: «In diesem spezifischen Fall hat der Klub nach längerem Überlegen und aus Respekt vor dem ausdrücklichen Wunsch der Spielerin in den Transfer eingewilligt.» Der Transfererlös ging dabei in internationale Projekte der Scort Foundation für die Förderung von Mädchen- und Frauenfussball.
Bei Moskau schoss Nikolic nach ihrem Wechsel so viele Tore, wie sie Spiele absolvierte (15). Zudem sicherte sich die bosnisch-serbische Doppelbürgerin zwei Vorlagen in der höchsten russischen Frauenliga und steht mit ihrem Klub derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz.
Kim Kulig Auch im Trainerstab gab es in den letzten Monaten einige personelle Änderungen. Anfang September wurde über die Trennung zwischen Cheftrainerin Kim Kulig (durchschnittliche Punkte/Spiel: 2,16) und dem FCB nach zwei titellosen Jahren informiert. Ihr Amt übernahm kurzerhand die Assistenztrainerin Laura Vetterlein, welche den Klub drei Wochen später jedoch in Richtung GC verliess. Demnach rückte die dritte Frau im Stab und ehemalige Spielerin, Kristina Sundov, nach und übernahm die Position für wenige Wochen ad interim. Als neuer Headcoach wurde bereits im Oktober 2025 Omar Adlani, der zuvor in Algerien nur Männerteams trainierte, vorgestellt. Der kanadisch-algerische Doppelbürger übernahm das Team mit Torwarttrainer Pasi Hilli und Camille Surdez als Co-Trainerin. Drei Monate später gingen der FCB und die 39-jährige Rekordtorschützin Sundov aufgrund struktureller Veränderungen ebenfalls auseinander.
Sowohl Kulig als auch Sundov amtieren seither nirgends. Mehr Erfolg hat das Team seit dem Staff-Wechsel noch nicht.